Ausflug nach Tirol zum Almabtrieb
Die Zeilbacher Vereinsgemeinschaft reiste übers Wochenende mit 25 Personen in das Pillerseetal nach Tirol. Gegen Mittag erreichte die Gruppe Waidring, wo man im Sporthotel Tiroler Adler Quartier bezog.
Die älteste Latschenölbrennerei der Welt von Josef Mack in St. Ulrich wurde besichtigt. 1856 wurde diese in Bad Reichenhall gegründet und die Brennerei in St. Ulrich besteht seit 100 Jahren. Die hochalpine Latschenkiefer liefert neben Edeltannen, Arnika und Heublumen den Hauptwirkstoff für die innovativen Naturheilmittel. Die Latschenkiefer (auch als Krüppelkiefer bezeichnet) wächst in den umliegenden Bergen. Abgeerntet wird diese erst in einer Höhe ab 800 Meter. Ins Tal wird sie mit einem Hubschrauber transportiert, der ca. 2000 kg Latschenkiefer in einem Fangnetz sammelt. Es bleibt keinerlei Abfall bei der Herstellung des Produktes übrig, da selbst die Ast- und Holzreste gehäckselt und zum anheizen in der Brennerei genutzt werden. Für ca. ein Liter Öl benötigt man 400 kg Latschenkiefern.
Am zweiten Tag stand die Ortserkundung von Waidring auf dem Programm. Der Ort liegt in 781 Meter Höhe und erstreckt sich über eine Länge von zehn Kilometern und hat ca. 2000 Einwohner, davon nur noch zehn landwirtschaftliche Betriebe, deren Wohn- und Wirtschaftsgebäude unter einem Dach angeordnet sind. Die Haupttourismuszeit ist hier allerdings der Winter.
Waidring ist umgeben von den Lofer Steinbergen und die Steinplatte mit ca.1900 Meter ist Europas einziges Trockenriff. Zu erwähnen wäre noch, dass 1771, auf seiner Reise nach Italien, Wolfgang Amadeus Mozart hier übernachtete. Nach der Ortserkundung fuhr man durch das Pillerseetal nach Kitzbühel (wo Prominente wie Toni Sailer oder Hansi Hinterseer wohnen). Ein Stadtbummel mit Mittagsrast lud zum verweilen ein, dann folgte eine Fahrt durch das Brixental, vorbei am Wilden Kaiser (einem beeindruckend schönen Berg) zurück nach Waidring, wo man sich auf den Weg zur Steinplatte begab, die durch einen tollen Ausblick über die sehr schöne Landschaft und Berge beeindruckte. Bei schönem Wetter kann man sogar bis zur Zugspitze sehen. In der Stallenalm kehrte die Gruppe ein, wo einige schöne Stunden verbracht wurden.
Am Samstag war in Kössen der Besuch des Almhoamfahr'n (Almabtrieb) angesagt, ein typischer Tiroler Brauch, der alljährlich Einheimische und Gäste in seinen Bann zieht. Die Kombination von bäuerlichem Alltagsleben und schneidiger „Tanzmusi“ lockte zahlreiche Zuschauerscharen an die Almabtriebswege. So war man erstaunt weitere Bekannte aus dem Vogelsbergkreis anzutreffen. Fünf der größten Almbauern trieben ihre farbenfroh herausgeputzten Kühe mit lautstarkem Geläut durch das malerische Kössen. Man konnte den aufwendigen und kunstvollen Kopfschmuck der Kühe bewundern, der von den Bäuerinnen, Sennerinnen und Sennern in mühevoller Handarbeit angefertigt wurde.
Die Kühe wurden bereits auf den Almen geschmückt (in Tirol nennt man dies „aufbüschen“) dann begann der Abtrieb hinab ins Tal. Nach dreimonatigem Aufenthalt auf den Almen, weiden sie noch im Tal, bevor sie Wintersüber eingestallt werden. Buntgeschmückt und mit Kuhglockengeläute zogen die Tiere an den vielen Gästen vorbei, dies zeigte, dass es ein guter Almsommer war. Vereinzelt konnte man nicht aufgebüschte Kühe sehen, dies bedeutete, dass in der Familie des Almbauern oder in seiner Kuhherde ein Todesfall während der Almzeit vorgekommen war. In einzelnen Fällen hatten diese Kühe dann sogar eine schwarze Schleife um.
Am Abend stand dann der Besuch eines Konzertes auf dem Programm. Es spielte die Original Oberkrainer Hauskapelle Avsenik. Bei toller mitreisender Stimmung verweilte man bis in die frühen Morgenstunden im Festzelt. Am Abreisetag wurde noch ein Spaziergang am Pillersee unternommen, der seinen Namen von dem Wort pillen erhielt, dies bedeutet brüllen.
Gegen Mittag trat man die Heimreise an und schwärmte von den vier beeindruckend, schönen, hochsommerlichen Tagen die darauf schließen lassen, dass es im nächsten Jahr wieder zum Almabtrieb ins Pillerseetal geht.
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